Nachdem du dir ja jetzt deinen eigenen Strombedarf ausgerechnet hast, weißt, wie lange du gerne autark
auch bei schlechtem Wetter an einem Ort verweilen können möchtest, fragst du dich sicher:
welcher Stromspeicher ist der richtige für mich!

Dein Lieblingsauto besitzt ja schon eine Batterie. Dies ist allerdings eine Starterbatterie. Und wie der Name schon sagt, ist sie allein dafür ausgelegt deinen Motor zu starten. Deshalb ist es sehr unklug die Batterie bei ausgeschaltetem Motor als Stromquelle für deine Verbraucher zu nutzen.

Ok, also ein- zweimal Handy laden, nimmt sie dir nicht übel, ein bisschen Radio hören auch nicht. Am sichersten ist es aber, besonders, wenn deine Starterbatterie nicht mehr die jüngste ist, sie wirklich nur für ihren Zweck, das Starten zu benutzen.

Sobald der Motor läuft, übernimmt die Lichtmaschine das Wiederaufladen, denn die Starterbatterie ist auch für alle elektrischen Dinge in deinem Auto zuständig. Radio, Klimaanlage, Heizung, Licht, Tacho, Fensterheber…. um nur einige Verbraucher aufzuzählen. Je mehr das sind, desto mehr muss die Lichtmaschine die Batterie füllen und desto mehr Sprit verbraucht dein Auto dafür.

Typische Nassbatterie, die als Startbatterie dient. (Wahrscheinlich von einem Motorrad, deshalb nur 4 Ah)

Das 12 Volt System, was da vorne in deinem Motorraum, manchmal auch unter deinem Sitz vor sich hin arbeitet kannst du prima nutzen, in dem du es einfach erweiterst.

Heute soll es dazu erst einmal darum gehen, welchen Stromspeicher, also welche Art von Bordbatterie, auch Innenraumbatterie, Versorgerbatterie oder Zweitbatterie genannt, du für dich auswählen möchtest.

Dazu erstelle ich dir hier einen kurzen Überblick über die verschiedenen Batterietypen und deren Vor- und Nachteile. Achtung, ich bin nicht allwissend aber teile das, was ich weiß sehr gerne mit dir. Bitte informiere dich selbst genau, bevor du dich für einen Batterietyp entscheidest, in dem du dir zum Beispiel das Datenblatt deiner Wunschbatterie genau anschaust.

Eine typische Starterbatterie, die oft eine Nassbatterie ist, solltest du eigentlich auf keinen Fall in deinem Fahrzeug als Zweitbatterie nutzen, sie ist dafür nicht geeignet, nicht zugelassen und es besteht die Gefahr, dass sie ausläuft oder ausgast.

Schade eigentlich, denn sie sind relativ günstig in jedem Baumarkt oder Autoteileverkauf zu bekommen. Sie sind dafür gebaut für einen Motorstart eine kurze hohe Energie abzugeben, nicht dafür viele kleine Verbraucher zu speisen, das machen sie einfach nicht mit.

Deine Bordbatterie kann aber gerne eine sogenannte AGM Batterie, eine Gelbatterie oder eine Lithiumbatterie (LiFePo) sein.

Zum Vergleich von Gewicht, Größe, usw wähle ich einmal eine Versorgerbatterie von 100Ah aus.

Die AGM Batterie, mit vollem Namen, Absorbent Glass Mat genannt, der eigentlich nur beschreibt, dass der Elektrolyt vollständig in einem Glasfaserflies gebunden ist, und damit auslaufsicher und wartungsfrei ist. Eine AGM Batterie in dieser Stärke würde derzeit zwischen 100 und 180 Euro kosten. Sie würde zwischen 25 und 30 kg wiegen, hätte ungefähre Maße von 35x20x25cm.

Sie würde sich bis zu 50% entladen lassen, bevor sie in eine Tiefenentladung kommen würde, was ihr überhaupt nicht gefällt. Das kannst du mal machen, aber wenn du deine Batterie liebst und möglichst lange nutzen willst, dann solltest du das vermeiden. AGM Batterien haben, je nach Pflege, eine Lebensdauer von 3 bis 5 Jahren.

Entlädst du deine Batterie also immer nur so um 30% bis maximal 50%, dann hast du länger was von ihr, als wenn du sie regelmäßig quälst und unter die 50% gehst.

Eine 100Ah Gelbatterie ist vom Aufbau her sehr ähnlich wie eine Nassbatterie, (also eine zum starten), allerdings ist hier der Elektrolyt nicht mit Flüssigkeit, sondern mit Gel gebunden. Sie kostet in der 100 Ah Stärke im Moment zwischen 170 und 200 Euro, hat ein Gewicht von 25 bis 30 kg und Maße von 35x20x25cm. Also alles sehr ähnlich wie bei der AGM Batterie. Sie darf auch genauso wie die AGM Batterie am liebsten von 30% bis maximal 50% entladen werden, lebt aber bei guter Pflege länger.

Beim Wiederaufladen von AGM und Gel Batterien dauern die letzten 10% Ladung, also hier 10Ah sehr lange, was aber wiederum sehr wichtig für die Lebensdauer und Nutzung deiner Batterie ist. Sie sollte so oft wie möglich zu 100% geladen sein. Und das heißt, dass du mehr Solar auf deinem Dach haben musst, damit das leistbar ist. Man sagt, die doppelte Menge an Wp, die du in deiner Batterie speichern kannst. Wp ist die Nennleistung, Watt peak, des Solarmoduls, also die Spitzenleistung, die es bei optimalen Bedingungen, volle Sonne, guter Sonnenstand, saubere Module etc leisten kann.

Für eine 100 Ah Batterie benötigst du also 200 Wp, um sie wirklich vollständig laden zu können.

Kommen wir zur Lithiumbatterie. Sie wird gerne mit LiFePo4 oder LiFeYPo4 abgekürzt. Y ja oder nein? Ohne Y kann deine Batterie nicht, oder sehr schwer unter 0 Grad geladen werden, mit Y sehr viel leichter; ganz grob gesagt.

Ein Lithiumakku mit 100Ah hat einen derzeitigen Preis von ca. 1000 bis 1200 Euro.

Ach du Schreck lass nach. 🙂

Dafür leistet er aber auch das Doppelte und wiegt nur die Hälfte. Sprich, du kannst ihn locker mit 90% entladen (manche sagen sogar zu 99%), er wiegt nur an die 15 kg und er lebt und lebt und lebt, bis zu 15 Jahre und länger. Es gibt tolle Selbstbausätze mit jeweils 4 Zellen, die den Preis noch einmal senken.

Um eine Lithiumbatterie wieder aufzuladen benötigst du nur die 1,5 fache Menge an Wp deiner Solarmodule auf dem Dach. Für einen 100 Ah Akku also 150 Wp. Was wieder Geld und Gewicht und vor allem Platz auf deinem Dach einspart. Denn hier entfallen die schwer wieder reinzuladenden letzten 10%.

So kann ein Selbstbausatz für einen LiFeYPo4 Akku aussehen. (unbezahlte Werbung)

Für das Beispiel aus dem Strombedarfsartikel, in dem wir angenommen haben, dein Bedarf wäre 50Ah für drei Tage würde das heißen, dass du eine 100 Ah AGM oder Gelbatterie brauchen würdest, aber eben nur eine 60 Ah Lithiumbatterie (also ein Solarpanel mit 90 Wp), die dann auch schon nur noch zwischen 450 und 600 Euro kosten würde und an die 7-8 kg wiegen würde.

Bevor du dich also für eine Batterie entscheidest, rechne dir nicht nur die Kosten der Batterie aus, schaue unbedingt im Datenblatt nach der Anzahl der Ladezyklen, und beachte auch, welche Solarleistung du auf deinem Dach (oder in einem Faltmodul) haben solltest, damit alles zusammen passt. Auch ein Solarladeregler ist ein größerer für 200 Wp als für 90 Wp. Ebenso der Ladebooster, mit dem du deine Bordbatterie während der Fahrt laden kannst. Denke an das Gewicht, was du in deinem Lieblingsgefährt zusätzlich einbaust und aufbaust, an den Platz, den du dafür vorgesehen hast und mache dir dann eine große Vergleichsrechnung.

Alle Batterien werden übrigens vollgeladen verkauft. Dann wird es aber nicht lange dauern und du brauchst Stromnachschub. Wie du den bekommst habe ich ja schon angedeutet. Solar, Trennrelais, Ladebooster oder 230V Außensteckdose.

Dazu bald mehr.

Mit einem sogenannten Batteriecomputer, den du, vereinfacht gesagt, an deine Batterie anschließt, hast du übrigens immer den genauen Ladezustand im Blick. Entweder als Volt oder als Prozentangabe. So siehst du immer schnell, ob du Sonne brauchst 😉 oder weiterfahren solltest, damit deine Batterie dir liefern kann, was du von ihr haben willst.

Batteriecomputer (unbezahlte Werbung)

Wie immer hoffe ich dir ein wenig Licht ins Dunkel gebracht zu haben und bin sehr gespannt, für welche Art von Batterie du dich entschieden hast oder dich entscheiden wirst. Schreibe es sehr gerne in die Kommentare. Du weißt, ich bin neugierig.

Bilder von: Pixabay und Bo (wildundbunt)

Über die Autorin

Bo lebt seit September 2019 mit ihrer Partnerin Vollzeit im selbstausgebauten Bus. Sie ist bei uns für alles Technische bezüglich Seiten und Forum zuständig. Ab und an schreibt sie auch Texte für die VanLoveGirls.

Auf Nimiké Vanlove Girls wirst Du über alle Themen etwas lesen können, die das Vanlife als Frau betreffen. Hier wird nichts geschönt, aber Schönes auch nicht ausgelassen! Außerdem gibt es Hilfestellungen durch die Community, ebenso machen die Erfahrungsberichte anderer Frauen Mut.