Was Du wissen musst

#Gastbeitrag#

Hunde haben sehr unterschiedliche Ansprüche zu Menschen, was zu lustigen aber auch unangenehmen Überraschungen auf der Reise führen kann. Um Dir bei den Vorbereitungen zu helfen, habe ich hier die Erfahrungen, die mir am wichtigsten erschienen oder für mich am überraschendsten waren aufgeschrieben.

Was halten Hunde vom Camping?

Ganz einfach: Hunde lieben Camping! Es ist für sie ein Abenteuer und jeden Tag kehren sie in ihr eigenes Revier, den Bus, zurück. Das hilft besonders älteren Hunden, die nicht mehr gut sehen, und nervösen Hunden. Sie brauchen sich nicht an eine neue Umgebung gewöhnen.

Der andere Grund warum Hunde den Bus mögen ist, dass er klein ist. Hast Du richtig gelesen! Unsere Hunde wollen so nah wie möglich bei uns sein. Im Camper bist Du nie weit weg. Das finden sie besonders toll.

Bevor es los geht

Campingplätze buchen

Ob Freistehen oder Campingplatz kannst Du nur selbst entscheiden, und es kommt auch darauf an ob Freistehen erlaubt und sicher ist.
Wenn Du Dich für den Campingplatz entscheidest, empfiehlt es sich im Voraus zu buchen. Nicht alle Campingplätze erlauben Hunde, und manche erlauben nur eine beschränkte Anzahl von Haustieren. Also, immer fragen.
Viele Campingplätze berechnen eine Pauschalgebühr für Hunde. In meiner Erfahrung fällt diese aber wesentlich geringer aus als was Hotels berechnen.

Medizinisches

Wenn Dein Hund Medikamente benötigt, dann darfst Du die natürlich nicht vergessen. Ich empfehle auch, ein Schreiben vom Tierarzt oder einen Ausdruck der Behandlungsnotizen mit zu nehmen, besonders wenn Du ins Ausland fährst. Für das Ausland ist es außerdem eine gute Idee zu überprüfen ob das Medikament im Land zugelassen ist. Du willst schließlich nicht mit was Illegalem erwischt werden.
Selbst wenn Dein Hund keine Gesundheitsprobleme hat, nimm den Impfausweis oder eine Kopie davon mit. Ein Notfalltierarzt muss eventuell wissen ob Dein Hund gegen irgendwas Unaussprechliches geimpft ist. Das ist mir passiert als Isla mit einer wilden Ratte spielen wollte.

Ich empfehle Adressen von Tierärzten in der Gegend in die Du fährst auf zu schreiben. Wenn Dein Hund einen Unfall hat und Du keinen Handyempfang hast bist Du sonst ziemlich hilflos. Genau das ist mir passiert und nur weil hilfreiche, ortskundige Leute neben uns parkten, ist es noch mal gut ausgegangen.

Sicherheit während der Fahrt

Dieses Thema könnte einen ganzen Beitrag füllen, also werde ich hier nur mal zusammenfassen.
Die Hunde müssen während der Fahrt so gesichert sein, dass sie den Fahrer nicht ablenken können. Nicht meine Meinung, sondern das Gesetz. Mir ist es natürlich besonders wichtig, dass sie bei einem Unfall sicher sind. Da meine Hunde sehr unterschiedlicher Größe sind, sichere ich sie auf unterschiedliche Weise:

Mein Yorkie (3.5 kg) reist in einer Hundekiste, die wir mittels Zurrgurten and der Bodenschiene sichern. Das ist sehr praktisch, da wir die Kiste zusammenfalten und platzsparend verstauen können.

Mein Windhund (33 kg) hat ein Geschirr, das in den Sicherheitsgurt ein geschnallt wird. Sie sitzt also wie die Queen auf dem Rücksitz und freut sich über die Aussicht.

Achtet darauf das Kisten oder Geschirre speziell für den Gebrauch im Auto hergestellt worden sind. Eine Kiste für Zuhause oder ein Geschirr zum Spazierengehen sind oft ungeeignet und können zu Verletzungen führen

Hundekisten und Geschirre werden auch vom TÜV geprüft, sodass Du Dir sicher sein kannst, dass es sich für die Sicherung Deines Hundes im Auto eignet. Wenn Du Deinen Bus selbst ausbaust und Hundekisten Teil Deines Designs sind, lohnt es sich die Ergebnisse vom TÜV zu lesen da sie wertvolle Hinweise dazu was eine Hundekiste sicher oder unsicher macht liefern.

Unterwegs

Füttern im Bus

Wenn Du mehrere Hunde hast, überleg im Voraus wie Du das mit dem Füttern machst. Bei schönem Wetter kann einer im Bus und einer draußen fressen. Aber was machst Du bei Regen? Einzeln füttern ist eine Möglichkeit, oder wenn Dein Bus groß genug ist kann einer an einem Ende, der andere am anderen Ende fressen.

Wasser

Einer meiner Hunde hat es sich unterwegs am Abend überlegt, dass er das „schreckliche Leitungswasser“ nicht mehr trinken mag. Er hat an dem Abend stilles Mineralwasser getrunken und ich Leitungswasser. Seitdem nehme ich entweder einer Flasche Leitungswasser von zuhause oder einen Wasserfilter mit.

Tagesausflüge

Wenn Du mit Hund reist, dann musst Du den Hund auch in Deine Ausflüge mit einplanen. Wenn Ihr mit zwei Erwachsenen unterwegs seid, dann kann einer mit dem Hund in der Kneipe oder im Bus warten, während der andere was hundefreies unternimmt. Wenn Du allein unterwegs bist, wirst Du allerdings auf einige Attraktionen verzichten müssen
Binde Deinen Hund nie vor dem Laden oder so an. Hundediebstahl nimmt hier wo ich lebe jedes Jahr zu und gestohlene Hunde werden fast nie gefunden.

Einkaufen

Irgendwann muss man einkaufen gehen. In manchen Ländern darf Bello mit in den Supermarkt, in den meisten aber nicht. Auch hier gilt, wenn Ihr mit zwei Erwachsenen unterwegs seid, kann einer bei den Hunden bleiben und der andere geht einkaufen.
Wenn Du allein reist, ist Abholservice sehr praktisch. Du bestellst online und holst am Supermarkt nur ab. Schneller geht Einkaufen nicht!
Falls das nicht möglich ist, gehe am besten früh morgens einkaufen, parke im Schatten und sei schnell. Kleine Supermärkte sind hierfür besser geeignet, da es einfach nicht so lange dauert rund zu laufen und weniger Kunden Großeinkäufe tätigen.

Hund am Übernachtungsort

Es gibt mehrere Gründe warum Dein Hund nicht frei laufen kann: Leinenpflicht, andere Gäste, die einen ängstlichen Hund haben oder selber Angst oder Allergien haben, oder Dein Hund streunt.

Ich kann meine Erfahrungen zu zwei Arten der Sicherung teilen:

Anlegespirale

Der Pflock wird in den Boden gebohrt und der Hund daran angeleint. Hunde müssen sich erst an das angeleint sein gewöhnen. Also am besten zu Hause üben und erst mal dabeibleiben. Ich hake die Anlegeleine lieber in ein Geschirr als ins Halsband. Falls die Hunde doch mal was Dummes machen ist die Verletzungsgefahr so wesentlich geringer.

Freilaufgehege

Besonders für kleinere Hunde eignet sich ein Gehege. Allerdings sind die sperriger im Transport als eine Anlegespirale. Ich benutze selber kein Gehege, da mein kleiner Hund wenn er ausbrechen will, es auch schafft. Er muss ein Nachkomme von Houdini sein!

Ich hoffe dieser Beitrag hilft Dir bei der Reiseplanung und erhöht die Vorfreude aufs Camping.
Viel Spaß beim Camping mit Hund!

Love, Nadina

Über die Autorin

Ich bin Nadina, Made in Germany, Bj 1978; Kilometerstand: unbekannt, aber Tacho ist schon mindestens einmal rund gelaufen; fahrtüchtig mit diverse kleinen Kratzern; derzeit in Südengland zu finden.

Mein Portrait findet ihr hier: https://nimike.de/vanlove-girls-im-portrait-8/