Wie bei all deinen Planungen, die dein Lieblingsauto betreffen solltest du dir auch zum Thema Strom erstmal genau überlegen, für was du ihn eigentlich brauchst.

Möchtest du sehr minimalistisch unterwegs sein und nur dein Handy laden? Dann brauchst du nichts weiter zu tun, denn eine KFZ oder 12 V Steckdose -auch Zigarettenanzünder genannt- hat wahrscheinlich jedes Auto.

Für die Buchsen gibt es kleine Adapter, die vorne einen oder zwei USB Eingänge haben und manchmal sogar eine Voltanzeige, die dir den Ladezustand deiner Starterbatterie anzeigt. In die Steckdose damit und das Handy wird geladen.

USB Adapter, der in einer KFZ Steckdose steckt!

Für die Zeiten, in denen du die Starterbatterie nicht belasten möchtest, hilft dir entweder eine geladene Powerbank oder ein kleines Solarladegerät.

Vielleicht hättest du aber auch gerne eine Kühlbox, etwas Licht, eine Wasserpumpe, ein Laptop, Kamera, eine Kaffeemaschine, einen Fön, eine Standheizung oder einen Mixer? Vielleicht möchtest du sogar mit Strom kochen?

Dann solltest du dir mit einer Formel ausrechnen wie viel Strom du am Tag brauchst.

Keine Angst das ist ganz einfach.

So und wie weißt du jetzt, wie viel Strom du so brauchst?

Nimm dir das Gerät, was du nutzen möchtest und schau auf der Rückseite oder auf dem Ladekabel nach. Dort wo viele Zahlen stehen bist du sicher richtig. Du benötigst die Wattzahl 🙂

Wenn dein Gerät zum Beispiel 40 Watt benötigt, dann teilst du die 40 durch 12V (denn das ist die Spannung, die in deinem mobilen Heim anliegt).

Die 3,33 die da jetzt rauskommt, ist die Stromstärke -gemessen in Ampere-, die dein Gerät braucht, wenn es läuft. Bei manchen Geräten hast du auch Glück, denn da steht schon die Amperezahl drauf.

Also 40 Watt geteilt durch 12V gleich 3,33 Ampere.

Formel: P = U · I
(„P“ ist die Leistung in Watt. „U“ Ist die Spannung in Volt. „I“ ist der Strom in Ampere.)

Also für dich umgerechnet und gleich auf 12V eingestellt gilt dann folgendes:

Wie lange am Tag nutzt du dieses Gerät?

Jetzt solltest du schätzen, wie lange du täglich dieses Gerät benutzen möchtest, oder musst. Sei dabei lieber etwas großzügiger.

Beispielsweise willst du 5 Stunden täglich damit arbeiten, dann rechnest du 3,33 Ampere mal 5 Stunden, das sind 16,66 Amperestunden.

Schreib dir das auf und rechne es für jedes Gerät aus, welches du mitnehmen möchtest.

Die Zahl, die summiert am Ende auf deinem Zettel, steht teilt dir deinen Tagesverbrauch mit.

Wie viele Tage am Stück möchtest du autark stehen können ohne Stromprobleme zu bekommen?

Im obigen Beispiel würdest du für 3 Tage knapp 50 Amperestunden brauchen.

Achtung!

Ein 12V Gerät ist in deinem Van immer stromsparender, denn, wenn du ein 230V Gerät hast, benötigst du einen Wechselrichter, der den Strom von 12V auf 230V wandelt und schon allein dafür Strom verbraucht. Als grobe Schätzung kannst du zum eigentlichen Stromverbrauch nochmal 15% für den Wechselrichter oben drauf packen. Beachte das bei deiner Strombedarfsberechnung.

Ein Beispiel:

Hängst du deinen Laptop an den Strom, wie zuhause eben auch, dann würde deine 12V Bordbatterie (Zweitbatterie, Aufbaubatterie) mit dem Wechselrichter den Strom auf 230V hoch wechseln und dann, da dein Laptop meistens mit 15 oder 18V läuft die ganze Geschichte wieder herunter wechseln. Unnötiger Stromverbrauch, der ja nicht sein muss. Und du sparst dir den Wechselrichter, wenn du dir einfach für dein Laptop ein KFZ Ladekabel besorgst 🙂

Möchtest du aber auf einige geliebte 230V Geräte nicht verzichten, benötigst du einen Wechselrichter. Der unbedingt eine reine Sinuskurve haben sollte, besonders wenn du empfindliche Geräte daran anschließen möchtest. Mehr dazu bald.

Wenn du jetzt wissen möchtest, welche Bordbatterie du am Besten dafür verwenden kannst, findest du hier einen eigenen Artikel dazu.

Hier schon mal eine kurze Info: Blei-Säure-Batterien, Blei-Gel-Batterien und AGM-Batterien dürfen nur zu 30%, maximal 50% entladen werden, sonst gehen sie kaputt. Alles, was unter die 50% geht ist eine Tiefenentladung der Batterie und das mögen sie einfach nicht oft. Einen Lithium Akku dagegen kann man bis zu 100% entladen, ohne dass es ihm wehtut und er wiegt dazu nur ein Teil eines Blei Akkus. Ein Akku der zum Beispiel noch 12,4 V anzeigt ist ungefähr halb voll, einer der nur noch 11,8 V anzeigt ist ratzeleer.

Du hast dich schon entschieden, welche Batterie du dir zulegen möchtest, oder hast schon eine die schon verbaut ist? Dann kannst du hier bald weiterlesen, wie du sie wieder aufladen kannst.

Mit einem Trennrelais, das zwischen Starter und Bordbatterie gesetzt wird oder einem sogenannten Ladebooster, der an deiner Lichtmaschine hängt. Mit Hilfe der Sonne, die du in Form einer faltbaren Solartasche an deinem Stellplatz aufbaust oder als Panel direkt auf dem Dach deines Heimes installierst. Du bist dir sicher, dass du immer auf Campingplätzen stehen möchtest, dann geht das natürlich auch mit 230V über eine Außensteckdose an deinem Van oder einem Verlängerungskabel.

Bald wird es hier einen neuen Beitrag über Kabelkunde geben für dich. Welche Kabel solltest du nutzen, wie dick müssen die sein, welche Sicherungen benötige ich, wie verlege ich die Kabel und was für Werkzeug ist sinnvoll zu haben.

Wie immer hoffe ich, dass ich dir mit meinen Worten helfen konnte und du jetzt schon einen Schritt weiter bist und genau weißt, wie viel Strom du unterwegs benötigst.

Viel Spaß beim durch die Wohnung huschen, hier und dort ein Gerät herausholend, die Watt oder Ampere Zahlen darauf findend und dann zu rechnen.

Wie viele Tage am Stück möchtest du gerne autark mit deinem Lieblingsgefährt stehen können?

Ich bin neugierig, schreib es also gerne in die Kommentare

Bilder von: Bo (wildundbunt)

Über die Autorin

Bo lebt seit September 2019 mit ihrer Partnerin Vollzeit im selbstausgebauten Bus. Sie ist bei uns für alles Technische bezüglich Seiten und Forum zuständig. Ab und an schreibt sie auch Texte für die VanLoveGirls.

Auf Nimiké Vanlove Girls wirst Du über alle Themen etwas lesen können, die das Vanlife als Frau betreffen. Hier wird nichts geschönt, aber Schönes auch nicht ausgelassen! Außerdem gibt es Hilfestellungen durch die Community, ebenso machen die Erfahrungsberichte anderer Frauen Mut.