Ich bekomme oft Mails von euch, aber eine spezielle Nachricht nehme ich zum Anlass, um meine Gedanken zu teilen. Ist es doch eine oft gestellte Frage, wie ich mit dem Gefühl des Alleinseins umgehe?

Wie geht man mit „Einsamkeit“ um, wenn man nicht mehr WohnHAFT ist, nicht mehr an einen Ort dauerhaft lebt und damit das Zuhause verbindet?

Ich lebe nun schon seit über 2 Jahren in meinem Bus, und gleich vorweg:

Diesen Schritt in die Freiheit, habe ich noch nie, nicht eine Sekunde lang bereut!

Dafür muss ich ein wenig ausholen und euch etwas von meiner Geschichte erzählen.

Ich hatte schon immer davon geträumt mir einen Bus zu kaufen, um damit in die Ferien zu fahren oder viele Wochenendausflüge zu machen. Um Freunde besuchen zu können ohne auf der Couch schlafen zu müssen. Ich bin schon immer gern gereist, aber ein Rucksack auf dem Rücken empfand ich als anstrengend. Und ich hatte super Bock Europa zu bereisen und dies geht nun mal am besten mit einem Bus.

Und dann ging es los, am Anfang waren es Ausflüge am Wochenenden mit meinem T4, ich habe einige Designmessen damals mit meinem Modelabel besucht und da war der Bus mir so eine Hilfe, da ich ohne Miettransporter und Hotelkosten auskam. Die Ausflüge wurden immer länger, ich hatte ja die Möglichkeit dazu, dann fing ich auf Rügen an zu arbeiten bei Rügen Kite, da wohnte ich dann einfach mal 1/2 Jahr in meinem Bus im Camp und bin Stück für Stück in das Gefühl reingewachsen, wie es ist …im Bus zu leben.

Anfang 2018 war dann klar, eine Wohnung zu halten bei so viel unterwegssein macht keinen Sinn, da ich nur noch Zuhause war, weil ich nach der Wohnung schauen musste. Zack … Wohnung gekündigt und losging das Fulltime Vanlife.

Der Schritt fiel nicht schwer, war es doch fast schon logisch das dies kommen musste, so viel wie ich unterwegs war. Freunde von mir sagten darauf nur: „Na endlich Karin, hast du es auch verstanden.“ Ich musste schmunzeln.

Ich bin nun seit Anfang April 2018 ohne Wohnung und Dauerreisende. Im Sommer war ich oft in Deutschland für Saison-Jobs und im Winter im Süden.

Schon immer war ich ein Freigeist und habe mich selten auf meinen eigenen alten Glaubenssätzen ausgeruht. Ich liebe es mittlerweile, mich Herausforderungen zu stellen und hatte immer die große Idee davon, frei zu sein, Glücklich zu sein unabhängig aller Umstände. Es gibt ein altes Buddhistisches Sprichwort, es begleitet mich seit Jahrzehnten schon.

Glück, ist Realität minus Erwartung.

Und wie ist nun der Zusammenhang zum Einsam sein?

Ich erkläre es euch gern.

Freizusein, bedeutet für mich, bei mir anzukommen. Meine Heimat finde ich in mir selber und nicht im Außen. Ich beschäftige mich nun schon ein Leben lang mit Persönlichkeitsentwicklung. Die ersten 25 Jahre meines Lebens waren wahrlich nicht einfach, Ich hatte schon im jungen Alter mit sehr vielen Herausforderungen zu tun, man könnte es beschreiben als: eine wirklich schwere Kindheit. Und ich habe mich mit ca. 25 jähren dazu entscheiden davon freizuwerden. Ich habe über die ganzen Jahre gelernt mich unabhängig zu machen, was auch bedeutet, zu verstehen, dass nur ich allein für mich verantwortlich sein kann.

Mein SoSein und meine Persönlichkeit findet nur Stabilität, wenn diese auch aus meinem Inneren kommt. Ich bin nicht abhängig von Freunden die mir tagtäglich sagen, wie wundervoll ich bin. Wenn ich es nicht schaffe diesen wertvollen Schatz für mich selber zu ergründen und zu entdecken, wusste ich, werde ich nie richtig frei sein können. Tief einzutauchen, in all dein Licht und Schatten braucht Mut und Durchhaltevermögen, aber für mich war dies meine Befreiung. Ich hab mich dadurch so gut kennen und lieben gelernt, wie niemals zuvor.

Mein gesamtes Leben ist eine Reise, ist ein fortwährender Lernprozess.

Das Vanlife war und ist für mich einfach das „Next Level“ was ich für mich erschaffen habe, um noch tiefer ins SEIN einzutauchen. Ich habe erst sehr spät für mich erkannt das ich doch ein sehr feinfühliger Mensch bin, man könnte es auch Hochsensibel nennen. Nachdem ich meinen Überlebenskampf gekämpft habe und auf die Sonnenseite des Lebens gewechselt bin, habe ich immer mehr verstanden, dass mir in Zukunft Trubel und viele Menschen gar nicht guttun und mich durchaus auch überfordert.

Mich rief also die Stille, ich stellte fest, dass ich auch wahnsinnig gern schweige, statt ständig mit vielen Menschen umgeben zu sein. Im Buddhismus nennt man dies Vipassana. Achtsamkeitstraining durch Schweigen und Meditieren. Was nicht bedeutet, dass ich stundenlang auf einem Kissen sitzen kann, ich bin sogar ziemlich schlecht in der traditionellen Meditation, aber ich habe meinen ganz persönlichen und eigenen Weg damit gefunden. Ich habe verstanden das nur ich mir meine Fragen beantworten kann und es gibt für mich nichts Besseres, als an einsamen Plätzen zu stehen, in der Natur, ohne Stadtlärm, ohne alles. Dies Empfinde ich als großen Segen.

Fühle ich mich also Heimatlos auf Reisen?

Ich bin immer da zuhause, wo ich mit meinem Bus stehe. Ich bin in meinem inneren Tempel zu Hause, in mir.

Habe ich Momente wo ich mich einsam fühle?

Es wäre gelogen, wenn ich an der Stelle jetzt sagen würde NEIN. Auch ich habe diese Momente wo ich mir Nähe wünsche. Ich nenne es dann immer ganz liebevoll nicht Fernweh, sondern Freundesweh, und dieses Gefühl ist nicht mit einem Ort gekoppelt, sondern nur an eine Person und dessen Seele. Aber ich bin auch mit diesen Momenten im Frieden, da ich sie voll annehme und mich auch in diesen Momenten fallen lassen kann. Ich wehre mich nicht dagegen, da die Gefühle dadurch nur unnötig viel Macht bekommen. Sie liebevoll anzunehmen, mich in diesem Moment selber in den Arm zu nehmen, meinen liebsten Freunden eine Love-Botschaft zu schicken und mich dadurch zutiefst verbunden mit ihnen zu fühlen, ist meine Strategie damit umzugehen.

Das Gefühl der Einsamkeit ist nur im ersten Moment die Trennung von deinen liebsten Menschen. In dem Gefühl, durch Entfernung getrennt zu sein verstecken sich oft die Sehnsucht deiner Seele nach dir selber.

Trotz meiner langen Abwesenheit aus Deutschland kann ich sagen, ich habe den besten Freundeskreis, den ich mir vorstellen kann. Ich habe Menschen um mich drumherum die mich sehen und mich dadurch bedingungslos fördern und lieben. Auch sie vermissen mich wie ich sie, aber sie wissen darum, wenn sie mich drängen würden nach Hause zu kommen, um mit ihnen Zeit zu verbringen, ich könnte unglücklich werden. Sie haben erkannt, dass ich mit meinem Weg und mir glücklich bin und unterstützen mich trotz 3000 km Entfernung mental wo sie nur könne. Sie haben mit mir zusammen gelernt, dass Entfernung keine Trennung bedeutet, dass man auch so verbunden sein kann und auch ist. Es bedeutet natürlich auch, dass man selber bereit ist, mit seinen Freundschaften zu wachsen, sie zu pflegen und sie nicht einschlafen zu lassen. Das ist sehr wichtig beim Reisen, wenn man sich nicht wirklich darum bemüht, verlaufen Freundschaften im Sande.

Ich empfinde dies wirklich als großes Geschenk und durch meine Reise zu mir selber, finden sich genau solche Weggefährten die einen unterstützen und lieben, auch wenn man so weit weg ist.

Wenn ich mich so zurückerinnere, muss ich sagen, ich habe mich damals in meiner 65qm Wohnung, in Leipzig Schleussig, mit meinem wirklich großen Freundeskreis, öfter einsam gefühlt, als ich es beim Vanlife jemals war. Aber das hängt auch ganz klar damit zusammen, dass ich mich so wunderbar weiterentwickelt habe.

Reisen eröffnet einem eine völlig neue Welt, was man aber nicht vergessen darf, das „alte Leben“ nimmt man mit. Es kann sicher eine ganze Weile gut gehen, durch neue Eindrücke vieles hinter sich zu lassen, aber es kommt der Moment, wo du berührt wirst durch deine alten Themen. Nehmt all euren Mut zusammen und findet einen Weg euch damit auseinander zu setzen, hinzuschauen was euch bewegt und mit euch die alten Themen zu klären.

Dies kann unbequem sein und es kann weh tun und zwischendurch fühlst du dich erschöpft und manchmal hast du den Gedanken, alles abzubrechen, aber wenn du es geschafft hast dich in deinen Schwächen zu entspannen, dich in deiner Unvollkommenheit anzunehmen, ist das der Schritt, in deine emotionale Freiheit, getan.

Ist das nicht ein schöner Gedanke?

Dies ist meine ganz persönliche Definition von Frei sein. So kann ich meine SoSein leben und mach dadurch Platz für so viel wunderbar Neues. Das Leben darf mich überraschen, mit all seinen Facetten und ich bejahe es in vollem Umfang. Somit danke ich allem was mich unterstützt, was mich fördert und genauso danke ich für Situationen, die mich vor Herausforderungen stellen und mich auch dadurch wachsen lassen.

Ich habe mich als wichtigsten Menschen anerkannt und somit übernehme ich jegliche Verantwortung für alles, was mir entgegenkommt. Und aus diesem immer mehr Heilsein entsteht eine unglaubliche Power fürs Leben. Ängste, Einsamkeit, sich verloren fühlen sind für mich Wegbegleiter geworden. Widme ich mich wohlwollend diesen Anteilen in meinem Leben, werden aus den großen schwarzen Löchern, irgendwann kleine verschmuste, schnurrende Kätzchen und ich bin tief davon überzeugt, dass dies wirklich jeder schaffen kann. Jeder auf seine ganz persönliche Art und Weise und jeder so intensiv wie es ihm möglich ist, aber eins kann ich euch versprechen. Dieser Weg wird euch so reich beschenken und euch langfristig glücklicher machen, als ihr euch jetzt vielleicht vorstellen könnt.

Zum Schluss möchte ich euch gern ein paar Inspirationen mitgeben, die mein Leben durchaus geprägt haben und mich in meiner persönlichen Entwicklung vorangebracht haben.

Schon früh hab ich mich in die lehren des Buddhismus eingelesen, war es mir stets ein guter Ratgeber in schwierigen Lebenslagen. Der Buddhismus gibt nichts vor, er lehrt dich deine eigenen Sichtweise zu schulen und stellt die richtigen Fragen, also erwarte bitte keine Lösungen, da diese nur in dir selber zu finden sind.

Das Buch Sorge dich nicht – lebe! (Dale Carnegie)*  hilft dir sehr gut dein Leben Positiv zu verändern.

Die Autobiografischen Bücher vom Dalai Lama: Das Buch der Freiheit: Die Autobiographie des Friedensnobelpreisträgers*, Die Regeln des Glücks: Ein Handbuch zum Leben (HERDER spektrum)* und Das Buch der Menschlichkeit: Eine neue Ethik für unsere Zeit* sind schon gute 12 Jahre in meinem Regal und bis heute, lese ich sie immer wieder neu, als würde ich sie nicht kennen.

Seit guten 6 Jahren hab ich auch meinen persönlichen Mentor gefunden. Veit Lindau ist für mich immer wieder große Inspiration für mein Leben, wenn ich das Gefühl habe ich brauch einen Entwicklungsschub nach vorn. Seine Bücher Liebe radikal: Wie du deine Beziehungen zum Erblühen bringst* oder Seelengevögelt: Manifest für das Leben*  waren ein richtiger Booster für meine Entwicklung. Welche Bücher auch sehr zu Empfehlen sind: Heirate dich selbst: Wie radikale Selbstliebe unser Leben revolutioniert – Mit CD* und Königin und Samurai: Wenn Frau und Mann erwachen*

Er hat mittlerweile schon fast 150 Podcast Folgen online und hat eine wunderbare Plattform erschaffen, sie nennt sich Homodea*. Es ist eine Plattform mit einem Riesen Online Kurs Angebot wo es um Radikale Persönlichkeitsentwicklung geht, also nix für schwache Nerven. Für 14.95 € im Monat habt ihr zugriffe auf super viele intensive Kursinhalte, ich kann es jedem nur ans Herz legen.

Wem ich euch auch noch aus tiefen Herzen empfehlen möchte, mit ihrem Podcast arbeite ich super gern, die tolle Verena König. Sie ist Traumatherapeutin und geht mit all den sensiblen Themen so wunderbar sanft um.

Und zum Schluss noch eine tolle Neuentdeckung von mir. Stefanie Adam mit ihrer Seite Feine Seelen Sie hat auch einen wunderbaren Podcast und ein fantastischen Mentorin Programm für Hochsensible Menschen. Sehr spannend, wer in dieses Thema eintauchen möchte.

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Autorin

Karin, ist die Gründerin der Nimikè VanLove Girls und als Visionärin sowie Impulsgeberin unterwegs. Sie lebt selbst seit April 2018 Vollzeit in ihrem Postbus.