Hier und heute soll es um die Wasserversorgung in deinem Bus gehen.

Nicht so wie du vielleicht denken könntest, das Wasser, was sich ab und an durch irgendwelche Miniritzen nach einem Regenguss in deinen Bus drückt; die du jahrelang nicht findest und die dich regelmäßig zur Verzweiflung bringen. Auch nicht das Wasser, was sich nach einer kühlen Nacht an deinen Fensterscheiben und allen unisolierten Blechteilen niederlässt und dort genüsslich herunterläuft.

Nein, heute soll es um deine Wasserversorgung in deinem 4 rädrigen Gefährt gehen.

Wie bei allem ,gibt es auch hier hunderte von Möglichkeiten, einfache, hyperkomplizierte und natürlich auch ein gesundes Mittelmaß, was für jede natürlich ein anderes ist.

Die allereinfachste Variante wird wahrscheinlich sein… du kaufst dir Wasser und führst es in Flaschen, oder in großen 5-8 Liter Gebinden mit dir. Schrank oder Schublade öffnen, Flaschen rein und nach Bedarf wieder entnehmen.

Du möchtest es etwas komfortabler haben?

Ein wenig mehr Möglichkeiten und Volumen bietet dir sicher ein Kanister, der mit einem Ablaufhahn bestückt ist. Den positionierst du einfach so, dass du genug Platz unter dem Hahn hast, um eine Trinkflasche, einen Topf, eine Spülschüssel etc zu füllen. Dabei ist zu beachten, dass der Deckel des Kanisters immer mal aufgedreht werden sollte, damit Luft nachziehen kann, sonst kommt immer weniger bis fast gar nichts mehr aus dem Hahn. Danach nicht vergessen wieder zuzudrehen. Und ganz wichtig, sichere den Kanister gut mit Spanngurten etc. während der Fahrt. Mir ist ein solcher mal in einer Kurve, natürlich gerade frisch gefüllt und dann in Eile vergessen wieder fest zu zurren aus dem Regal geflogen…. ich sag dir…. welch Überschwemmung. Da half nur noch Auto schräg stellen, Schiebetür auf und raus laufen lassen 😉

Ein kleiner Tipp noch: Die Ablaufhähne sind oft nicht sehr dicht oder auch nicht lange dicht. Wähle einen Kanister bei dem du den Hahn ausdrehen und sein Gewinde mit Tefflonband (bekommst du in jedem Baumarkt im Sanitärbereich) umwickeln und wieder einschrauben kannst. Oder besorge dir einen Hahn aus Metall, die sind in der Regel insgesamt dichter und halten einfach auch länger.

Du hast schon Strom an Bord?

Etwas komfortabler würde es dann werden, wenn du sowieso schon Strom an Bord hast, du besorgst dir einen Kanister ohne Ablaufhahn dafür aber mit einer Weithalsöffnung, also mit einem Deckel, der so groß ist, dass du mit dem Arm in den Kanister langen kannst. Du kannst dort dann eine einfache Tauchpumpe reinhängen oder sogar mit dem Deckel (Loch reinschneiden) verbinden, damit du vor Antritt einer Fahrt nicht jedes mal die Tauchpumpe entfernen und den Kanister dicht machen musst. Manche Tauchpumpen haben gleich eine Art Duschkopf oder Ventil mit Hahn dran, so dass du den als Wasserhahn nutzen kannst. Oder du verbindest den Schlauch der Pumpe mit einem Wasserhahn, den du an einem Spülbecken anbringst. Es gibt fertige Spülen für Camper, die haben sogar einen klappbaren Wasserhahn integriert.

Es tut aber auch ein einfacher Wasserhahn, dessen Wasser in einer Spülschüssel landet. Denn, das gebrauchte Wasser muss ja auch wieder irgendwo hin. Dazu aber später mehr.

Da du dir mit der Lösung der Tauchpumpe ja selbst wählen kannst, wie groß der Kanister sein soll, steht dir offen ob du 20 Liter, 40 oder mehr an Bord haben möchtest. Bedenke bei der Wahl der Kanistergröße jedoch nicht nur, wie viel Wasser du brauchst, sondern auch, wie viel du tragen kannst. Denn du musst, wenn du neues Wasser brauchst den leeren Kanister aus seiner gewohnten Umgebung nehmen und ihn außerhalb deiner Wohnstätte auffüllen…. es sein denn…. es sei denn du besorgst dir einen Wasserschlauch mit einem Set von Klicksystemen, damits möglichst an viele verschiedene Wasserhähne passt (im Sommer findet man sowas gerne mal bei Aldi, Lidl und Co) und füllst deinen Kanister auf diese Weise. Dann beachte, dass du genug Platz hast, um mit einem Schlauch über dem Kanister zu hantieren.

Und noch ein Tipp: Bevor du mit dem Schlauch deinen Kanister füllst, lass eine Zeit einfach nur Wasser laufen, damit spülst du ihn sozusagen erst mal durch und holst dir so weniger ungeliebtes in deinen Kanister.

Möchtest du jetzt aber nicht dauernd einen relativ kleinen Kanister füllen, weil du einfach länger unabhängig von Wasserstellen sein möchtest kannst du dir einen kompletten Tank einbauen.

Es gibt fertige Kunststofftanks in den verschiedensten Massen. Hier solltest du darauf achten, dass es speziell für Wasser konzipierte Tanks sind, die dann nämlich immerhin bpa frei sind. Hast du nur begrenzten Platz der vielleicht die Fertigmasse nicht aufnehmen kann, gibt es einige Firmen, die dir deinen Tank in deinen Wunschmassen speziell für dich anfertigen, dabei können das Rundungen zum Beispiel über einem Radkasten oder die verrücktesten Formen sein.

Egal welche Form du gewählt hast, überlege genau wie du dein Wasser dort hineinbekommen möchtest.

Wie beim Kanister? Revisionsdeckel auf und Schlauch rein halten? Oder sogar mit einer Wasseraußensteckdose die du in die Karosserie deines Lieblings einbauen musst, was dir eben ermöglicht deinen Tank an sonst eher unzugänglichen Stellen unter zu bringen und keine Wasserlachen im Auto zurücklässt, falls du mal nicht schnell genug den Wasserstrahl zum Stoppen bringst.

Denke bei der Wahl des Wohnortes für deinen Tank auch an die Gewichtsverteilung im Auto. 100 oder mehr Liter Wasser haben auch einiges Gewicht und wenn du das dann ev. noch auf die Seite deines Sprittankes setzt und vollgetankt hast könntest du leicht in Schieflage geraten, was das Fahrverhalten beeinträchtigen kann und zu Unfällen führen kann.

So, wie kommt das Wasser jetzt wieder raus aus dem Tank?

Ganz einfach, es wird eine kleine 12 V Pumpe mit ca. 2,7 bar eingebaut, mit Schläuchen die möglichst lebensmittelecht sind. Diese führen dann zu einem Wasserhahn, der auch locker ein normaler aus dem Sanitär oder Küchenbereich sein kann. Der Schalter für die Pumpe liegt praktischer Weise in der Nähe deines Wasserhahnes und schon hast du fließend kaltes Wasser an Bord.

Die meisten Wasserhähne aus dem Baumarkt haben nun aber zwei Eingänge, einen für kalt und einen für Warmwasser. Es gibt Verschlüsse, die ich in meinem Fall einfach auf den Warmwasserschlauch aufgeschraubt habe… Leitung stillgelegt … fertig!

Weißt du schon, wo du Wassernachschub bekommst?

Wo bist du unterwegs?

Bist du sicher, dass du immer gutes Trinkwasser bekommst?

Kommt dein Wasser immer aus Hähnen oder Quellen oder auch mal aus Bächen und Seen? Dann kannst du dir Filter einbauen, vor den Tank! Und damit du dann auch das Wasser in deinen Tank hineinbekommst, braucht es eine zweite starke Pumpe, die das kostbare Nass aus dem Eimer, dem Bach etc. durch den Filter presst und in deinen Tank plätschern lässt.

Ein Kohle- und ein Keramikfilter sind dazu prima geeignet.

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Wie lange soll dein Wasser im Tank oder Kanister bleiben können, wie lange wirst du mit ein und der selben Wassermenge auskommen wollen?

In irgendeiner Weise wird immer früher oder später eine kleine feine Bakterie ihr Unwesen treiben wollen und sich in deinem Wasser vermehren wollen.

Du wirst das nicht gleich merken oder schmecken, dein Körper merkt es dann aber doch. Was daraus werden kann brauche ich hier nicht näher erläutern. Unangenehm ist es auf jeden Fall.

Eine Minilösung dafür sind EM Keramik Röhrchen. Das sind mit effektiven Mikroorganismen gebrannte Keramikteilchen, die du in ein Netz packst und so einfach in deinen Tank oder Kanister plumpsen lässt. Alle halbe Jahre holst du sie raus und ersetzt sie. Die EM´s ersparen dir Chemie in Form von Chlor oder Silber im Tank und damit ja auch in dir. Bei Interesse erzählt dir google sicher mehr über EM´s.

Leider hilft das bei großen Wassermengen die wirklich lange und dann ev. auch noch bei großer Hitze aufbewahrt werden sollen nicht ausschließlich. Für solche Zwecke kannst du einen weiteren Kohlefilter direkt an deinen Wasserhahn anschließen, der dir dann die Wahl lässt zwischen Brauchwasser direkt aus dem Hahn oder Trinkwasser direkt frisch aus dem Filter.

Und wie ist das mit Warmwasser?

Nun ja, entweder du nimmst dir einen Topf stellst ihn auf deinen Kocher, Herd, Lagerfeuer, was auch immer du da gerne nutzt, und zauberst dir so warmes Wasser zum Waschen, Spülen …

Oder du leitest nach deiner Pumpe, die aus dem Tank kommt einen zweiten Schlauch in einen Warmwasserboiler, (den man übrigens ziemlich leicht selbst bauen kann), der entweder über Strom laufen kann oder aber mit deiner Standheizung kombiniert werden kann. Zack warmes Wasser, wie in einer Wohnung.

Und wo kannst du dein gebrauchtes Wasser nun lassen?

In der Variante Flasche und Kanister mit Ablaufhahn – Tür auf und ab ins Grüne damit….

aaaber bitte nur, mit biologisch abbaubaren Mitteln drin, versteht sich von selbst. Und selbst mit nur Biozeugs drin bitte nie in Seen oder Bäche schütten, immer ins Erdreich. Bitte!!!

In der Variante Tauchpumpe im Kanister kannst du dir einfach einen zweiten Kanister neben dein Frischwasser stellen und den Ablauf deiner Spüle dort hineinführen. Das geht meist ganz einfach mit einem Stück Gartenschlauch, den es in Baumärkten in den verschiedensten Durchmessern gibt, und einer Schlauchschelle in der passenden Größe.

In der Tankvariante kannst du dir einen weiteren Tank für Abwasser einbauen, beides geht übrigens auch unter dem Auto. Allerdings nur, wenn du nicht in Gefrierzonen unterwegs bist. Die Tanks und Leitungen überleben das sonst nicht lange… Sogenannte Frostwächter würden allerdings dafür sorgen, dass ab einer bestimmten Temperatur das Wasser einfach abgelassen wird, was für Überraschungen sorgen kann, wenn du es mal nicht mitbekommst 🙂 und dann welches brauchst.

Willst du dir die ganze Abwassertank- und Abwasserkanistergeschichte aber gerne sparen und du hast sowieso immer nur Wasser, was einfach mit ein bisschen Essensresten oder mal mit abbaubarem Spüli versetzt ist, dann kannst du es von deiner Spüle aus auch direkt ins Grüne leiten.

Dazu benötigst du dann aber ein Loch in deinem geliebten Auto und das ist nicht jederfraus Sache.

Manche mögen das einfach gar nicht, was ich gut verstehen kann. Am Ende ist es aber nur ein Loch von der Größe des Schlauchdurchmessers, was, wenn der Schlauch durchgesteckt ist von oben und von unten dick mit Dichtungsmasse angeschmiert wird und gut is. 🙂

Stehst du mal nicht im Grünen kannst du einfach eine Schüssel oder einen Eimer unter dein Auto stellen und dein Abwasser auffangen.

Ich hoffe ich konnte dir mit diesen Worten eine grobe Übersicht geben, welche Möglichkeiten du hast und dir damit eine Entscheidungshilfe geben, wie du es für dich und dein mobiles Heim gerne umsetzen möchtest. Sicherlich gibt es noch viele viele andere Möglichkeiten, schreib sie gerne in die Kommentare. Danke dafür!

Wie hast du deine Wasserversorgung gelöst und wie zufrieden bist du damit? Würdest du gerne was daran ändern?

Viel Spaß bei Allem, was du tust wünscht dir Bo

Bilder von: Bo (wildundbunt)  und Kathi (trancevandance)

Über die Autorin

Bo lebt seit September 2019 mit ihrer Partnerin Vollzeit im selbstausgebauten Bus. Sie ist bei uns für alles Technische bezüglich Seiten und Forum zuständig. Ab und an schreibt sie auch Texte für die VanLoveGirls.

Auf Nimiké Vanlove Girls wirst Du über alle Themen etwas lesen können, die das Vanlife als Frau betreffen. Hier wird nichts geschönt, aber Schönes auch nicht ausgelassen! Außerdem gibt es Hilfestellungen durch die Community, ebenso machen die Erfahrungsberichte anderer Frauen Mut.