Die Qual der Wahl.

#Gastbeitrag#

Die Entscheidung ist gefallen, es soll ein eigener Van her. Und dann stellt sich die Frage aller Fragen: Welches Auto kaufe ich mir? Soll es ein fertig ausgebautes Fahrzeug sein oder will ich selber ausbauen? Ein Wohnmobil oder doch lieber ein Campingbus?

Es gibt plötzlich so viele Fragen, die einen total aus dem Konzept bringen können. In dieser Beitragsreihe wollen wir doch mal versuchen ein bisschen Ordnung in das Chaos zu bringen.

Budget

Der entscheidende Punkt bei der Suche nach dem richtigen Fahrzeug ist das Budget. Ein nagelneues Auto, egal ob Wohnmobil oder Kastenwagen bekommt man ab ca. 38.000€ in der Basisausstattung.

Da die Vanlife-Branche derzeit boomt sind auch Gebrauchtfahrzeuge nicht mehr ganz so günstig und oft mit Mängeln, die noch einmal ins Geld gehen. Viele Gebrauchte sind auch schon älteren Jahrgangs und bedürfen einer genaueren Inspektion vor dem Kauf.

Nutzfahrzeuge als Basis für den Ausbau

Da die Basis der Campingmobile meist Nutzfahrzeuge sind, ist die Haltbarkeit der Autos endlich. Meist gewerblich genutzt als Transporter müssen die Fahrzeuge günstig sein und brauchen nur ein paar Jahre halten, bis sie abgeschrieben sind und bei den Firmen ausgemustert werden. Der Zustand darf dann gerne sehr gebraucht oder sogar verbraucht sein.

Nun sollen aber Wohnmobile viel länger halten und so bedarf es einer guten Pflege und regelmäßiger Wartung des Basisfahrzeugs, sonst rostet einem das Fahrzeug unter dem Bett weg. Schon manche hat nach einem Gebrauchtwohnmobilkauf beim nächsten TÜV eine böse Überraschung erlebt.

Ich bau es mir selbst!

So ein ausgemusterter Transporter ist oft günstig zu kriegen. Und was liegt da näher, sich das Innenleben selbst einzubauen. Mit ein bisschen Geschick ist das auch kein Problem. Es gibt wunderschöne Selbstausbauten und die Kreativität kennt da keine Grenzen -außer die der Blechwände natürlich.

Oder doch lieber Kastenwagen, Teilintegriert, Alkoven oder Vollintegriert?

Es gibt unterschiedliche Aufbauarten der Basis.

Kastenwagen (Caravaning Utility Vehicle (CUV)) bekommen einfach ein Wohn-Interieur in die Transportfläche eingebaut.

Teilintegrierte und Alkoven bestehen aus dem Fahrerhaus mit Rahmen und darauf wird der Wohnmobil-Aufbau gesetzt.

Bei Vollintegrierten wird lediglich das Fahrgestell verbaut und der Wohnmobil-Hersteller integriert die Fahrerkabine in den Ausbau. Oft haben Vollintegrierte keine Beifahrertür, dafür aber große Panoramascheiben. Außerdem sind sie teurer und auch schwerer, was wiederum einen sogenannten LKW-Führerschein (Klasse C, C1, CE oder C1E) nötig macht.

Wie groß darf es sein?

Die erste Frage, die sich bei der Größe des Fahrzeugs stellt, ist die nach meinem Führerschein. Habe ich nur den sogenannten PKW-Führerschein (B oder BE), dann darf mein fahrendes Zuhause nicht mehr als 3,5t beladen wiegen. An diese Grenze kommt man mit Ausbau schnell. Über 3,5t benötigt man den LKW-Führerschein ((Klasse C, C1, CE oder C1E).


Alltagsauto oder nur für den Urlaub?

Will ich mit meinem Campingfahrzeug jeden Tag fahren, also auch in der Stadt, zur Arbeit oder in Parkhäuser, empfiehlt es sich, wenn man ein etwas kompakteres Autos hat. Manchen reicht sogar ein Kombi oder Hochdachkombi, in den sie eine Matratze legen oder ein Bett einbauen. Es gibt tolle Ausbau-Ideen oder auch Fertigmodule mit Küche für solche Modelle. Eine weitere Möglichkeit für einen PKW ist das Dachzelt.

Aber auch mit einem Bus kann man sich noch komfortabel in der Stadt bewegen. Parkhäuser haben meist eine Einfahrtshöhe von 1,90m- 2,30m, auch da kann man dann mit seinem Bus noch rein.

Was aber beiden -Kombi und Bus- fehlt ist im Innenraum die Stehhöhe. Ich persönlich möchte das auf keinen Fall mehr missen!

Eine gute Alternative ist das Aufstelldach im Camper. So ist das Auto im Alltag niedrig genug um überall reinzukommen, aber auf dem Stellplatz kann ich mir schwuppdiwupps Kopffreiheit verschaffen.

Kastenwagen und Wohnmobile sind dagegen richtige Klötze im Straßenverkehr und Parkplätze, besonders in Wohngebieten, nur schwer zu finden.

Wieviel Komfort brauche ich?

Camper lieben ja bekanntlich das Ursprüngliche, die Einfachheit und die Nähe zur Natur. Jedoch ist heutzutage auch ein hoher komfortabler Standard möglich. In einigen Gefährten ist alles zu finden, was wir auch zuhause haben. Vollausgestattete Küche, Heizung, Bad mit Toilette und Dusche, ein richtiges Schlafzimmer, Fernseher etc. Wer diesen Luxus unterwegs braucht, wird im Wohnmobil-Sektor auf jeden Fall fündig.

Jedoch ist der größte Teil (zumindest der Vanliferinnen die ich kenne) in einfach ausgestatteten Mobilen unterwegs. Manche sogar ohne Toilette, Wasser und Strom.

Wieviel Komfort brauchst Du, wenn Du auf reisen bist? Darüber solltest Du dir genau Gedanken machen vor dem Kauf eines Campers. Man kann einiges nachträglich einbauen, jedoch nicht alles. Und so sollte man sicher sein, auf was man verzichten kann.

Ich möchte zum Beispiel nicht jeden Abend mein Bett bauen müssen.

Der Weg ist das Ziel.

Jede Reise beginnt mit der Fahrt zum Urlaubsziel. Und hier sind wir beim Fahrkomfort. Was ist Dir da wichtig? Fängt der Urlaub direkt vor der Tür an oder willst Du schnell ans Ziel gelangen? Ältere Wohnmobile, aus den Achtzigern bis in die Neunziger haben wenig PS und es passiert des Öfteren, dass Dich die LKWs auf der Autobahn -besonders an Steigungen- überholen. Auch die Ausstattung und die Sicherheitspakete haben nicht den heutigen Standard. Darüber solltest Du Dir im klaren sein.

Je höher die Ausstattung und Motorleistung sowie Sicherheit beim Womo, CUV oder Van ist, desto höher ist auch der Anschaffungspreis.

Mein Auto ist mein Zuhause.

Du möchtest Deinen Van zu Deinem dauerhaften Zuhause machen? Dann solltest Du Dir alle genannten Aspekte besonders gut überlegen! Und es gibt sicherlich noch einige ganz spezielle Punkte zu bedenken. Frage ruhig andere, die schon dauerhaft im Auto leben, was sie für Erfahrungen gemacht haben. Die Tipps von ihnen sind Gold wert!

Wo soll ich suchen?

Es gibt spezialisierte Händler für die Campingfahrzeuge. Dort bekommt man Neufahrzeuge, wie auch Gebrauchtfahrzeuge. Besonders hilfreich ist dort, dass man in der Ausstellung in verschieden ausgestattete Fahrzeuge gehen und sich ein erstes Raumgefühl holen kann. Aber auch auf dem Privatkauf-Gebrauchtmarkt ist viel los. Da findet man die Fahrzeuge am besten auf Internetplattformen für Automobile, aber auch bei Ebay-Kleinanzeigen oder Social-Media-Kanälen.

Probefahrt

Wenn Du dir nicht sicher bist, was für ein Camper es werden soll, dann probier verschiedene aus. Fast alle Modelle kann man sich leihen. Auch schöne selbst ausgebaute Busse.


Außergewöhnliche Wohnmobile

Im Grunde kann jedes Fahrzeug zu einem Camper umgebaut werden. Postautos, LKWs, Linienbusse, oder sogar ein Kleinwagen. In den Social-Media-Kanälen gibt es viele Bilder und auch Videos zu solchen Ausbauten. Schau doch mal auf unserem Instagram-Kanal Nimiké VanLove Girls oder bei FB Nimiké VanLove Girls. Da kommt man ins Träumen 😉

Dies ist eine erste Übersicht, die Dir bei der Suche nach Deinem Fahrzeug helfen soll. In den nächsten Beiträgen dieser Reihe gehen wir intensiver auf die einzelnen Fahrzeugmodelle und Themen ein. Bis dahin: Viel Spaß bei der Suche nach deinem Traummobil!

 

Über die Autorin

Heike hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Sie ist Fotografin und Tausendsassa, ob Vernetzung, Organisation oder Texte schreiben. Sie ist, wann immer es geht, mit ihrem 28 Jahre alten Ford Transit Nugget unterwegs.

Auf Nimiké Vanlove Girls wirst Du über alle Themen etwas lesen können, die das Vanlife als Frau betreffen. Hier wird nichts geschönt, aber Schönes auch nicht ausgelassen! Außerdem gibt es Hilfestellungen durch die Community, ebenso machen die Erfahrungsberichte anderer Frauen Mut.